(#02/2016) Aller guten Sachbücher sind 3…!

Nach einer fehlgeschlagenen Behandlung hatte sich mein Zustand für einige Woche so verschlimmert, dass ich Schwierigkeiten hatte Sprache zu verstehen, ob nun gesprochen oder geschrieben. Meine zwischenzeitliche Lektüre lag also erst einmal auf Eis, das eigene Zimmer staubte etwas ein. Nach und nach ging es mir besser, dann kam der Brexit und ich las nur noch Zeitung. Jetzt, da sich sowohl die gesundheitlichen als auch die politischen Wogen etwas geglättet haben, möchte ich endlich wieder durchstarten. Und wie könnte ich dies besser tun, als mit einem Kleeblatt aus Sachbuchempfehlungen.

Für (Lebens)hungrige…

41jxSN6F9CL._SX331_BO1,204,203,200_„Kid Rex“ von Laura Moisin… After knowing other friends with anorexia and being baffled by their behavior Moisin suddenly found herself prone to the same disease. She learns how to deceive the therapists her worried family sends her to, so they’ll misdiagnose her and let her continue to be anorexic. When she recognizes that she has a serious problem, though, she finally owns up to a therapist working at her university. Shortly after this devastating therapy visit, the Twin Towers fall in the September 11th attacks, and Moisin watches it happen from her apartment window. Her ensuing depression quickens her already dangerous downward spiral.

In „Kid Rex“ wiederholt sich eine Geschichte der Selbstkasteiung, die ich so oder so ähnlich schon oft gelesen habe. Was Laura Moisin in der Beschreibung ihres Kampfes gegen die Hungersucht anders macht, ist dass sie nicht abblendet, wenn es um ihren steinigen Weg zu einem gesunden Gewicht geht – so wie es viele andere Autobiografien des Genres tun. Wundern tut es mich nicht, schließlich will sich nicht jede junge Frau an jede Einzelheit ihres Krieges gegen sich selbst, bzw. der zähen Friedensverhandlungen erinnern, die öfter zu nichts führen als dass sie von Erfolg gekrönt wären. Ich allerdings werde nicht müde mich in die verfeindeten Parteien einzufühlen, auch wenn es nicht leicht ist zum Mitwisser von so viel selbstverursachtem Leid zu werden.

„Kid Rex“ ist ein interessantes Buch, doch im Vergleich zu anderen Anorexie-Memoiren schwächelt es ein bisschen. Als Leserin hatte ich meine liebe Mühe mit der Autorin, die zumindest anfangs eine mir persönlich sehr unangenehme arrogante Art an den Tag legt. Dennoch zeichnet ihre Erzählung ein realistisches Bild von den Erfolgen und Rückschlägen im Kampf gegen die Magersucht, das ich so noch nirgendwo gelesen habe. Laura Moisin zeigt ihrer Leserin, dass Therapien nicht zwangsläufig zur Genesung führen und dass selbst eine als geheilt geltende Frau wieder in die Krankheit abrutschen kann, bzw. dass es dafür nicht einmal viel braucht. Leider neigt Laura Moisin dazu über Ereignisse, die sie als unwichtig einstuft schnell hinweg zu gehen und das macht ihre Autobiografie etwas unstet, schwankend zwischen Detailreichtum und erzählerischer Oberflächlichkeit.

Am besten kombiniert mit…

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Für Körperbewusste…

61gk6Z7YcEL._SX312_BO1,204,203,200_„Die stille Macht der Mikroben“ von Alanna Collen… Unser Körper besteht nur zu zehn Prozent aus menschlichen Zellen. Die eigentlichen Chefs unserer inneren Steuerungssysteme sind Billionen von Mikroben – Bakterien und Pilze, die einen enormen Einfluss auf unsere Gesundheit haben und sogar unser Denken beeinflussen. Übertriebene Hygienemaßnahmen, ungünstige Ernährungsgewohnheiten und Antibiotika bringen den Mikrobenhaushalt empfindlich aus der Balance. Eine maßgeschneiderte »mikrobenfreundliche« Ernährung könnte chronisch Kranken neue Hoffnung bringen und unser aller Wohlbefinden verbessern.

Darüber wie sehr die verschiedenen Mikroben, die sich auf dem und im menschlichen Körper befinden, meine Gesundheit beeinflussen habe ich mir vor der Lektüre von „Die stille Macht der Mikroben“ nie wirklich Gedanken gemacht. Ehrlich gesagt versuchte ich den Gedanken daran aktiv auszublenden, schließlich ist es keine angenehme Vorstellung, dass es zum Beispiel auf jedem Zentimeter meiner Haut kreucht und fleucht, das ich mehr Habitat als Mensch zu sein scheine. Doch Alanna Collen versichert mir in ihrem Buch, dass diese Kolonisierung meines Körpers durch Mikroben schon so seine Richtigkeit hat, ja sogar dass zu wenige mikroskopische Mitbewohner den Körper ohne adäquaten Schutz gegen Krankheiten, oft autoimmun, und Allergien lassen. Insofern bin ich nach der Lektüre von „Die stille Macht der Mikroben“ nicht nur um einiges klüger und körperbewusster, sondern auch fest entschlossen von nun an für meine eigenen Mikroben ein freundliches Klima herzustellen.

Wer den Gedanken ertragen kann nicht vollkommen im Besitz des eigenen Körpers, ja sogar des eigenen Gehirnes, zu sein, für den hält dieses Buch ein wahres Festmahl aus Informationen bereit. Die Autorin trägt hier allerhand Forschung zusammen, die teils nachdenklich und teils hoffnungsvoll macht – so stellt sie u.a. in Aussicht irgendwann einmal Autoimmunkrankheiten wie z.B. Multiple Sklerose heilen und Behinderungen wie z.B. Autismus lindern zu können. Abgesehen davon ist das Buch auch randvoll mit ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen, die für seine Leserin im Alltag schon jetzt umsetzbar sind, um eine gesunde Verdauung zu fördern, indem sie erwünschte Mikroben im Darm ansiedelt und unerwünschte Populationen klein hält. Dahingehend hat sich Alanna Collen vor allem auf den inflationären Gebrauch von Antibiotika eingeschossen, der die Vielfalt im menschlichen Darm wie nichts sonst zerstört. Insgesamt ist „Die stille Macht der Mikroben“ Pflichtlektüre für jede, die den eigenen Körper kennen und pflegen lernen möchte; es ist dabei sowohl informativ als auch eingängig.

Am besten kombiniert mit…

51TDRQKzBAL._SX321_BO1,204,203,200_41HMtoel0-L._SX339_BO1,204,203,200_51lPDzuhrOL._SX303_BO1,204,203,200_ (1)41pwmyzL4QL._SX303_BO1,204,203,200_

Für Nimmersatte…

41Fc2R7hWhL._SX328_BO1,204,203,200_„Swallow This – Serving Up the Food Industry’s Secrets“ von Joanna Blythman… Even with 25 years experience as a journalist and investigator of the food chain, Joanna Blythman still felt she had unanswered questions about the food we consume every day. How ’natural‘ is the process for making a ’natural‘ flavouring? What, exactly, is modified starch, and why is it an ingredient in so many foods? What is done to pitta bread to make it stay ‚fresh‘ for six months?  Determined to get to the bottom of the impact the industry has on our food, Joanna Blythman has gained unprecedented access to factories, suppliers and industry insiders, to give an utterly eye-opening account of what we’re really swallowing.

Zwar bezieht sich Journalistin Joanna Blythman in „Swallow This“ vor allem auf die britische Lebensmittelindustrie, doch in Zeiten der Globalisierung kann man als Leserin getrost davon ausgehen, dass die hochprofitablen, gleichsam aber äußerst unappetitlichen Herstellungsmethoden längst nach Deutschland exportiert sind. Insofern geht „Swallow This“ auch deutsche Leserinnen etwas an, vor allem wenn diese daran interessiert sind, was heutzutage alles so in Fertiggerichten steckt, warum Obst und Gemüse nicht mehr schimmlig, sondern nur noch schrumpelig werden und was das alles im schlimmsten Fall mit des Endverbrauchers Gesundheit anstellt. Ich persönlich war mehr als schockiert, dachte ich doch ich würde mich bewusst und somit auch gesund ernähren – weit gefehlt, denn Joanna Blythmans Buch hat mich über mein Essen aufgeklärt.

Joanna Blythman schleicht sich in Lebensmittelfrabriken und auf die Messen der Chemiebranche, die längst schon mit der Lebensmittelbranche fusioniert zu haben scheint. Ich lese derweil ihren Bericht und mich packt das kalte Grausen, wenn ich von Schutzatmosphäre in der Fleischtheke höre, von bedampftem Obst und chemischen Zusätzen selbst im, von mir früher so verehrten, griechischen Joghurt. Das und mehr gelangt dann in meinen Körper, macht mich schleichend krank, wird mir aber als Verbesserung verkauft. Joanna Blythman wischt mir die Schuppen von den Augen, berichtet von angeblichen Industriegeheimnissen, die als Deckmantel für Giftstoffe in der Nahrung fungieren, davon wie Hersteller fragwürdige Zusatzstoffe vom Etikett mogeln. Die Enthüllungen in „Swallow This“ werden interessierten Leserinnen im Halse stecken bleiben, sind es aber wert gehört zu werden.

Am besten kombiniert mit…

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(Neuerscheinung) Politik und Liebe machen von Laura de Weck

Laura de Weck, geboren 1981, ist in Paris, Hamburg und Zürich aufgewachsen. Bis 2005 studierte sie Schauspiel in Zürich. Sie erhielt das Paul-Maar-Stipendium, nahm an den Werkstatttagen des Wiener Burgtheaters teil und wurde ans Frankfurter Autorenforum eingeladen, wo ihr erstes Theaterstück ›Lieblingsmenschen‹ begeistert aufgenommen wurde. Ihr zweites Stück, ›SumSum‹, stand bei den St. Galler Autorentagen im Finale, und ihr drittes Stück ›Für die Nacht‹ wurde 2011 am Theater Basel uraufgeführt. Ebenfalls 2011 hatte Laura de Wecks erste eigene Inszenierung Premiere in der Roten Fabrik in Zürich. (Quelle: diogenes.de)

418sjFkI98L._SX312_BO1,204,203,200_In ihren kurzweiligen szenischen Dialogen durchmischt Laura de Weck Öffentliches mit Intimem: Die Frauenquote wird im Schlafzimmer diskutiert, Bankgeheimnisse werden ausgeplaudert, Volk und Staat müssen zur Paartherapie, und im Kreißsaal wird illegal eingewandert. Gesetzgeber und Google wirken von oben auf unser Privatleben ein. Doch wer liegt in einer Demokratie eigentlich oben und wer unten? Aus Normalem macht die Autorin Ungewöhnliches, aus Banalem höchst Politisches. Ein vielstimmiges Panorama zum aktuellen Leben, Lieben und Politisieren in der Schweiz und Europa. Ein heiter abgründiges Alltagsbuch.

In diesem Buch sammelt die gelernte Schauspielerin Laura de Weck diverse Kolumnen zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen. Da es sich dabei vor allem um die schweizerische Gesellschaft handelt, wird das Buch sicher nicht für jeden Leser interessant sein. Auch ich hatte so meine Schwierigkeiten damit, hatte ich anfangs doch einen völlig falschen Eindruck von diesem Buch. Im Laufe der Lektüre wurde ich dann aber doch damit warm und konnte hier und dort sogar über die humorvolle Art, mit der Laura de Weck gesellschaftliche Belange anspricht und Meinungen dazu parodiert, ein bisschen schmunzeln. Wer sich jedoch so gar nicht für (Europa)politik interessiert und die Schweiz nur vom Hören-Sagen kennt, für den ist „Politik und Liebe machen“ nicht zu empfehlen.

Die einzelnen Kolumnen sind geschrieben wie Theaterstücke, alle zwischen zwei und vier Seiten lang, perfekt als kleines Intermezzo, wenn man als Leserin im Alltag mal wo warten muss und diese Zeit sinnvoll nutzen möchte. Laura de Wecks Figuren sind ganz normale Schweizer, manche sind alt, andere wiederum studieren noch, einige sind zugewandert und müssen sich nun mit den Ressentiments der Bevölkerung herum quälen, während sie am perfekten schweizer Akzent feilen. Ab und zu nimmt Laura de Weck auch auf den Zuzug von deutschen in die Schweiz Bezug und wie kritisch das von vielen Schweizern gesehen wird. Außerdem geht es ihr um Zuwanderungskontingente, die Beziehung zur EU und die Schweiz als Paradies für Steuerhinterzieher, auch innerhalb der eigenen Bevölkerung. Politisch würde ich Laura de Wecks Kolumnen daher als links-liberal einordnen.

Doch sie schreibt nicht nur über Einwanderer und Fremdenfeindlichkeit und das Unwesen der Financiers, sondern auch über Gleichberechtigung, Frauenquoten und Emanzipation, natürlich alles mit einem Augenzwinkern, aber doch auch mit ernstem Unterton. Eine ihrer Kolumnen handelt so beispielsweise von einem Mann, der auf seiner Arbeitsstelle von seiner Chefin sexuell belästigt wird, sich aber nicht traut sich zu beschweren. Die Pointe der Geschichte ist, dass Gleichberechtigung nur dann existiert, wenn Männer auch mal Opfer sein dürfen, auch mal Schwäche zeigen und um Hilfe bitten. Da trifft Laura de Weck mit ihrer Meinung bei mir genau ins Schwarze, und was die Hürden für die Emazipation von Frau (und Mann) angeht, ähneln sich die Schweiz und Deutschland, ja ganz Europa, letztlich doch sehr.

Alles in allem ist „Politik und Liebe machen“ ein humorvolles Buch, voller ernster Themen, die ein politisches Bewusstsein voraussetzen. Die Art auf die Laura de Weck ihre Meinung zu verschiedensten Themen ausdrückt, als fiktive Begegnungen in Dialogform, dürfte nicht jedermanns Sache sein. Doch ich finde gerade diesen Aspekt des Buchs sehr interessant, da sich „Politik und Liebe machen“ so von der Masse aus politischen und gesellschaftlichen Essays abhebt, ohne sich dabei jedoch allzu wichtig zu nehmen. Ein zweites Mal werde ich das Buch wohl nicht lesen, dafür fehlt ihm die Allgemeingültigkeit, aber das eine Mal bereue ich nicht. Denn es war heiter und gab mir als Leserin doch zu denken, darüber wie wir in Europa mit Fremden umgehen, mit Geld und auch miteinander.

Politik und Liebe machen – Laura de Weck – ISBN 978.3.257.30038.3

Für Leserinnen, die…

  • …eine persönliche Beziehung zur Schweiz haben und sich mit der dortigen Politik und Gesellschaft auskennen.
  • …gerne ins Theater gehen, der Dialoge wegen.
  • …nach einer humorvollen, aber nicht zu albernen Zwischendurchlektüre suchen.

Am besten kombiniert mit…

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(Neuerscheinung) Alles Amok von Anita Augustin

Anita Augustin, geboren 1970 in Klagenfurt, hat in Wien Philosophie und Theaterwissenschaft studiert und an der Ersten Österreichischen Barkeeperschule ihr Diplom gemacht. Nach Stationen in New York und London lebt sie heute als freie Dramaturgin in Berlin. (Quelle: Ullstein Verlag online)

51I+qlnHLZL._SX319_BO1,204,203,200_Jakob ist ein ganz normaler Typ mit einem ganz normalen Scheißleben. Wirklich ganz normal? Das Leben: Ja. Der Typ: Na ja, da weiß Jakobs Mutter mehr, aber die sitzt senil im Heim und kann es keinem erzählen. Jakobs Freunde kennen sein Geheimnis auch nicht, nur was ein Scheißleben ist, das wissen sie ganz genau. Und dann taucht eines Tages Jürgen auf. Jürgen mit seinen komischen Sprüchen von den Freuden der Finsternis und der Glorie der Gewalt. Er verspricht Jakob und seinen Freunden ein Leben voll wilder Freiheit, voll süßer Anarchie. Aber nichts auf dieser Welt ist gratis, und so hat auch die Freiheit ihren Preis: Alle müssen mitspielen in dem Mordsspektakel, das Jürgen plant. Ein höllischer Spaß, bei dem das Lachen so manchem vergeht.

Unter einem kurzen Text auf dem Buchrücken, der kein Klappentext sondern einfach nur ein Zitat aus dem Buch ist, wird „Alles Amok“ von der Berliner Zeitung als „richtig kranker Hardcore“ beschrieben, wer – wie ich persönlich – nicht nur dieses Buch sondern auch die skandinavische Misanthropie Trilogie von Matias Faldbakken gelesen hat, der kann an dieser Stelle nur müde lächeln. Denn Anita Augustins zweiter Roman reicht in seiner Schockwirkung nicht einmal annähernd an die üblichen Verdächtigen, sprich Chuck Palahniuk, Charlotte Roche, Virginie Despentes, u.ä. heran. Trotzdem spitzt sich die Handlung gegen Ende immer weiter zu und wer literarische Achterbahnfahrten nicht gewohnt ist, dem wird auf dieser Fahrt sicher ein bisschen Übel werden. Gegen Ende hin verliert die Geschichte jedoch wieder an Fahrt und findet zu einer Art status quo zurück, der finale Paukenschlag, der mich als Leserin zum Erzittern bringt, bleibt leider aus.

Anita Augustin beginnt ihren Roman geschätzte hundert Seiten zu früh, die Vorgeschichte des gemieteten Demonstranten Jakob, seines Zeichens auch Erzähler der Geschichte, dümpelt so vor sich hin, ohne dass viel passiert. Als Leserin lernt man die Hauptfigur kennen und wandert ein bisschen in deren Kopf herum, ihren Gedanken auf der Spur. Dabei dreht sie sich jedoch im Kreis und das so lange bis mir als Leserin schwindelig wird. Natürlich ist es eine lustige Idee, dass Hauptfigur Jakob sich für Demonstrationen anheuern lässt, für die sich scheinbar nicht genug Leute begeistern können, zum Beispiel Baumbesetzungen oder Arbeitslosendemos, die schon um neun Uhr anfangen, – ein kleiner Seitenhieb gegen Hartz IV Empfänger vielleicht, wahrscheinlich aber eher ein albernes Klischee aus dem privaten Fernsehen, das von der Autorin gedankenlos für einen Lacher aufgegriffen wurde – es reicht als Handlung über die ersten 30 Seiten hinweg aber nicht aus.

Krasser Schnitt und auf einmal wird es ernst für die Figuren, ohne dass dies in irgendeiner Weise für die Leserin nachvollziehbar wäre. Während der einleitende Teil viel zu lang war, ist dieser Teil um einiges zu kurz geraten. Als Leserin frage ich mich warum die Figuren dem ominösen Jahrmarktschef Jürgen derart ausgeliefert sind, warum aus ihnen auf einmal Monster geworden sind und erhalte leider keine Antwort. Die Figuren handeln an dieser Stelle auf eine Art und Weise, die ich nicht von ihnen kenne, und von der ich mich frage, wie sie zustande gekommen ist. Eine unnötige Frage eigentlich, denn bis auf Jakob sind alle von ihnen dünn wie Papier und auf diesem Papier steht das Wort Klischee, ob es sich bei der jeweiligen Figur nun um einen versoffenen Obdachlosen, einen soziopathischen Jahrmarktchef, einen verschüchterten Asiaten oder ein sexy Naivchen handelt.

Was mir im Folgenden unangenehm auffällt, ist Anita Augustins Umgang mit Intersexualität. Mit diesem Punkt nehme ich der Handlung zwar die Spannung, doch muss ich sagen, dass eine Spannung, die auf dem Rücken einer Gruppe Menschen aufgebaut ist, die besseres verdient haben, als zu einem billigen Schockeffekt in einem Unterhaltungsroman degradiert, ja quasi entmenschlicht zu werden, es meiner Meinung nach nicht wert ist aufrecht erhalten zu werden. Die Autorin nutzt Jakobs Intersexualität als schmutziges Geheimnis, als einen Grund warum die Hauptfigur als Freak von einem Vergnügungspark angeworben wird und im Laufe des Romans durchdreht. Dem Fühlen und Erleben von Geschlechtsidentität und der eventuellen Inkongruenz von Jakobs äußeren und inneren Welten wird nur wenig Raum gegeben. Stattdessen wird der Körper der Hauptfigur für eine geschmacklose Sexszene missbraucht. Als Feministin kann ich nicht anders, als mich darüber aufzuregen mit welcher Naivität, die man auch als Respektlosigkeit auslegen könnte, die Autorin hier das Thema Intersexualität ausschlachtet.

Insgesamt bin ich von „Alles Amok“ nicht unbedingt enttäuscht, da ich aufgrund des sparsamen Klappentextes nicht wirklich wusste, was mich zwischen den Seiten erwarten würde. Das Buch hat mich letztlich aber auch nicht positiv überraschen können. Denn das einzige was ich darin gefunden habe, waren eine windschiefe Erzählstruktur, eindimensionale Figuren und ein im besten Fall vollkommen unbedarfter, im schlimmsten Fall sogar respektloser Umgang mit gesellschaftlichen, feministischen und LGBTQI Themen. Selbst das Ende ließ mich als literarisch eher hartgesottene Leserin im Stich, Mord und Totschlag, eine orwellsche Alptraumvision und dann verläuft doch alles im Sand, die Figuren geben einfach auf – die, die noch am Leben sind zumindest – und kehren zum Alltag zurück, als hätte Anita Augustin ihr Ende nicht ausreichend durchdacht, um es bis zur letzten Seite durchziehen zu können.

Alles Amok – Anita Augustin – ISBN 978.3.548.28783.6

Für Leserinnen, die…

  • …sich nicht daran stören, wenn anderen Menschen auf die Zehen getreten wird.
  • …kuriose Ideen einer nachvollziehbaren Handlung und Figurenzeichnung vorziehen.
  • …zwar schockiert werden wollen, aber nicht allzu sehr.

Am besten kombiniert mit…

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(Neuerscheinung) Besserland von Alexandra Friedmann

Alexandra Friedmann, geboren 1984 in Gomel, Weißrussland, kam 1989 über Umwege mit ihrer Familie nach Krefeld. Nach ihrem Abitur 2004 verbrachte sie acht Jahre in Paris, wo sie Literatur und Journalismus studierte. 2010 Praktikum bei der taz, zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften. Alexandra Friedmann lebt mit Mann und Tochter in Berlin. Besserland ist ihr erster Roman. (Quelle: ullstein.de)

51RpVAT7YPL._SX314_BO1,204,203,200_Gomel, Weißrussland 1987: Papa Edik ist ein herzensguter Hausmann, der unter dem Pantoffel seiner Frau Lena steht, einer arbeitsamen Bauzeichnerin. Als Cousin Mischa Goldstein eines Tages eine Möglichkeit findet, zu seiner Tante Raja nach Brooklyn auszureisen, setzt sich eine Lawine in Gang. Denn seit Perestroika herrscht und damit die gemütlichen staatsfinanzierten Jobs wacklig sind, zugleich der Antisemitismus weiter Blüten treibt, lassen sich die Friedmanns von der allgemeinen Auswanderbegeisterung anstecken. Als sie endlich das Visum in Händen halten und der Familien-Tross schließlich zusammen mit den befreundeten Grosmanns gen Westen aufbricht, lernen wir noch einen ganzen Reigen von skurrilen Typen kennen. Denn während ihrer Tour durch Europa stellen Edik und Lena fest, dass sie eigentlich gar nicht bis nach Amerika müssen, um das zu haben, wonach sie sich sehnen.

Auch wenn auf dem Cover „Roman“ steht, scheint mir das Debut von Alexandra Friedman doch stark autobiografisch zu sein, nicht nur kommt sie wie ihre Hauptfigur und Erzählerin aus Gomel und emigrierte als Kind mit ihrer Familie nach Deutschland, sondern die beiden teilen sich auch einen Namen. Insofern weiß ich nun nicht so ganz ob ich das Buch als Fiktion oder als Lebensgeschichte einordnen soll. Was ich dennoch ganz bestimmt weiß, ist dass seine Lektüre zu den angenehmeren Dinge zählt, die mir in den letzten Tagen widerfahren sind. Wen kümmert es also, ob das Geschriebene sich nun auch haargenau so zugetragen hat, Hauptsache das Leseerlebnis ist ein lohnenswertes und „Besserland“ hält in dieser Hinsicht auf ganzer Linie, was es verspricht.

Die Geschichte selbst nimmt nur allmählich Fahrt auf, während die Autorin von der Zeit nach Perestroika erzählt in der ihr Vater sich einen Betrieb aufbaut, der zunächst reichlich einbringt, vor allem wegen kreativer Buchführung, und dann schließlich pleite geht, vor allem durch die trotz der neuen Gesetzgebung nach wie vor bestehenden sowjetischen Machtstrukturen. Wäre diese unternehmerische Bauchlandung nicht gewesen, wer weiß, vielleicht lebte die Familie Friedman nach wie vor in Gomel oder zumindest irgendwo in der Nähe. Nun sollte es aber anders kommen und bald schon schmiedet Vater Edik Reisepläne. Diese Pläne alleine arten im folgenden in eine wahre Odyssee durch die sowjetsiche Bürokratie aus und diese Leserin schwankt oft zwischen Frustration und Heiterkeit, wenn sie an der Seite von Vater Edik durch den bürokratischen Hindernisparcours läuft.

So vergeht ein gutes Stück des Romans und es ist nach wie vor nicht klar, ob und wie die Familie Friedman es schaffen wird ins Besserland, das zunächst einmal Brooklyn, New York ist und  dann schließlich (West)Deutschland. Das bringt Spannung in die Lektüre, die die Autorin sicher noch hätte erhöhen können, hätte sie der Familie in der Geschichte einen anderen Namen gegeben. Doch auch wenn ich als Leserin schon ahne, dass die Friedmans es in das sagenumwobene Besserland schaffen werden, wo ihre Tochter aufwachsen und eines Tages ein Buch über ihre wilde Reise in den Westen schreiben wird, habe ich der Lektüre einiges abgewinnen können. Die Geschichte der Familie Friedman und ihrer Reisegefährten ist nämlich nicht nur humorvoll und spannend, sondern auch richtiggehend herzerwärmend.

Endlich im Besserland angekommen werden der Familie Friedman dann noch mehr Steine in den Weg gelegt; Angefangen mit dem Asylheim, gefolgt von einer provisorischen Containerunterkunft und schließlich einem ländlich gelegenen Einfamilienhaus, dass sie sich ganz sozialistisch mit einer befreundeten Familie teilen müssen. Das Versprechen, welches das Besserland aus der ferne gibt, lässt sich reichlich Zeit mit seiner Erfüllung und Vater Edik verliert fast die Geduld und obendrein noch seine Frau, die aus lauter Frustration über die beengten Wohnverhältnisse mit Scheidung droht. Schließlich wendet sich doch alles zum Guten, so viel kann ich schon einmal verraten, ohne hier potenziellen Leserinnen die Freude an der Lektüre zu nehmen – die steckt nämlich in der Geschichte selbst, in der abenteuerlichen Reise der Familie Friedman, den vielen Hürden die es zu überwinden gilt auf dem Weg nach Besserland, und nicht nur in ihrem versöhnlichen Ende.

Insgesamt ist „Besserland“ ein sehr ansprechend geschriebener Roman, der mich schon auf den ersten Seiten für sich gewinnen konnte. Die Geschichte der Familie Friedman und deren Odyssee ins Besserland laden mich dazu ein regelrecht mitzufiebern, ob sie nun am Brester Zoll stehen und rätseln, was und ob die Beamten sie etwas schmuggeln lassen oder ob es darum geht welche Verwandten nachgeholt werden können und wie. Es ist eine charmante Geschichte über eine gelungene Integration, über deutsch-russische Freundschaft, die mit reichlich Vodka begossen wird und sich so auch über etwaige Verständigungsprobleme hinweg setzt. Eine Autobiografie, die vorgibt keine zu sein und sich somit kreative Freiheiten nimmt, mit der Darstellung der Ereignisse. Letztlich ist es mir auch einerlei, was hier Wahrheit ist und was von der Autorin dazu erfunden wurde, denn „Besserland“ ist auf jeden Fall eine Lektüre wert, für mich sogar eine erneute😉

Besserland – Alexandra Friedmann – ISBN 978.3.548.28781.2

Für Leserinnen, die…

  • …von einer besseren Zukunft träumen.
  • …die sich zu neuen Ufern aufmachen.
  • …sich kreative Freiheiten nehmen.

Am besten kombiniert mit…

41bzG63CKHL._SX313_BO1,204,203,200_418wXPsvUQL._SX304_BO1,204,203,200_Download (10)41f2jjS1mCL._SX255_BO1,204,203,200_

(#01/2016) Aller guten Sachbücher sind 3…!

Vor einem Jahr habe ich Sachbücher im Hörformat für mich entdeckt und bin seitdem ein wahrer Wissensjunkie geworden, meine Lieblingsthemen sind Feminismus, Ernährung und (außergewöhnliche) persönliche Erfahrungen. Einen Themenbereich kann ich mit diesem Rezensionstrio schon mal abdecken, und zwar durch „My year of living danishly“.  Abgesehen davon könnte die Auswahl nicht vielfältiger sein, es geht um die skandinavische Lebensart, um das sechste große Artensterben und um Kindererziehung in Theorie und Praxis.

Für Skandinavienfans…

51SCCk7fxAL._SX319_BO1,204,203,200_My year of living danishly von Helen Russell… Denmark is officially the happiest nation on Earth. When Helen Russell is forced to move to rural Jutland, can she discover the secrets of their happiness? Or will the long, dark winters and pickled herring take their toll? A Year of Living Danishly looks at where the Danes get it right, where they get it wrong, and how we might just benefit from living a little more Danishly ourselves.

Als Norddeutsche habe ich schon alleine durch die geografische Nähe zur Grenze einen guten Eindruck von der dänischen Kultur bekommen. In Städten wie Flensburg, Schleswig oder auch Eckernförde und Umkreis gibt es dänische Schulen, eine dänische Bibliothek und da ein Großteil der Einwohner zweisprachig aufgewachsen ist kann man auch im Alltag immer wieder Dänisch hören. Ich bin insofern also kein völlig unbeschriebenes Blatt, wie es die Autorin von „My year of living danishly“ ist. Diese kommt aus Großbritannien und lebt am Anfang des Buchs mit ihrem Mann in London, wo sie beide sowohl psychisch als auch körperlich unter dem enormen Karrieredruck leiden. Dann jedoch ergattert Helen Russels Mann eine Stelle beim dänischen Konzern Lego und kurzerhand zieht das paar ins ländliche Jytland – die Landzunge gleich hinter der deutschen Grenze.

Was ich an diesem Buch so schätze ist nicht nur der britische Humor, mit dem die Autorin ihre Erfahrungen spikt, sondern auch die Unbedarftheit mit der sie sich in die dänische Lebensart hinein fallen lässt. Ob es nun um Inneneinrichtung, Freizeitgestaltung oder Kindererziehung geht, bei den Dänen ist alles sehr homogen und straff durchorganisiert. Mir persönlich wäre das zwar ein Graus, aber Helen Dunmore betont in ihrem Buch vor allem die angenehmen Seiten einer Gesellschaft in der sich die einzelnen Mitglieder zwar nicht sonderlich voneinander unterscheiden, sich aber auch gegenseitig vertrauen können – so sehr dass dänische Mütter ihre Kinderwagen samt Baby vor dem Restaurant oder Café stehen lassen, wenn sie essen gehen. Insgesamt ist „My year of living danishly“ also ist ein ganz besonderer Leckerbissen für jeden Skandinavienfan, randvoll mit Infos zur dänischen Kultur, Bevölkerung und Gesellschaftsstruktur.

Am besten kombiniert mit…

41zIGQAwvzL._SX312_BO1,204,203,200_51fc0+DDh9L._SX323_BO1,204,203,200_51rMTGY1KXL._SX323_BO1,204,203,200_510umSR-87L._SX311_BO1,204,203,200_

Für Umweltbewusste…

416bF6-uEkL._SX313_BO1,204,203,200_Das sechste Sterben: Wie der Mensch Naturgeschichte schreibt von Elizabeth Kolbert… Wir erleben derzeit das sechste sogenannte Massenaussterbeereignis: In einem relativ kurzen Zeitraum verschwinden ungewöhnlich viele Arten. Experten gehen davon aus, dass es das verheerendste sein wird, seit vor etwa 65 Millionen Jahren ein Asteroid auf der Erde einschlug, mit den bekannten Folgen für die Dinosaurier. Doch dieses Mal kommt die Bedrohung nicht aus dem All, sondern wir tragen die Verantwortung. Wie keine andere Gattung zuvor haben wir Menschen das Leben auf der Erde verändert. Elizabeth Kolbert spricht mit Geologen, die verschwundene Ozeane erforschen, begleitet Botaniker, die der Waldgrenze in den Anden folgen, und begibt sich gemeinsam mit Tierschützern auf die Suche nach den letzten Exemplaren gefährdeter Arten. Sie zeigt, wie ernst die Lage ist, und macht uns zu unmittelbaren Zeugen der dramatischen Ereignisse auf unserem Planeten.

„Das 6. Sterben“ fängt damit an, dass die Autorin ihrer Leserin gehörig Honig um den (Damen)bart schmiert. Der Prolog erzählt nämlich eine kurze Geschichte von der evolutionär erfolgreichsten Säugetierart, dem Menschen. Mit unserem Erfindungsreichtum, unserer Neugier, unserer Bereitschaft zu Kooperation, aber auch mit einer Aggressivität die ihresgleichen sucht, haben wir uns durchgesetzt und jede Spezies mit der wir in unserer Migrationsgeschichte von Afrika nach Europa und weiter nach Asien, von Europa nach Amerika und Australien, in Kontakt gekommen sind, ja wie wir sogar die Natur unterjocht haben. Dieses Joch verwandelte sich mit der Zeit jedoch in ein Damokles Schwert, welches die Herrschaft der Spezies Mensch über diese Erde zunehmend bedroht. In den folgenden Kapiteln vermittelt Elizabeth Kolbert der Leserin über diverse Beispiele einen Eindruck davon, wie es um uns, unseren Lebensraum und die Arten mit den wir ihn (noch) teilen, steht. Ohne hier die Erkenntnisse aus dem Buch vorweg zu nehmen; es sieht alles andere als rosig aus.

Eines muss man der Autorin dabei lassen, sie nimmt ihre Nachforschungen ernst, reist in ferne Länder und an entlegene Orte, spricht mit Wissenschaftlern, Naturforschern und ihren teils ehrenamtlichen Helfern. Insofern kann man die düstere Zukunftsvision, welche in „Das 6. Sterben“ herauf beschworen wird, durchaus ernst nehmen, oft ist Elizabeth Kolbert in ihren Vorhersagen sogar eher konservativ. Trotzdem überfällt mich als Leserin das kalte Grausen, wenn ich hier lese, was noch so alles auf uns Menschen zu kommt, wenn wir es nicht schaffen in Einklang mit unserer Umwelt zu leben. Das alleine schon, macht dieses Buch spannend wie ein Krimi, auch wenn es sich hierbei eigentlich um Wissenschaftsjournalismus handelt. Wer sich, wie ich, nicht gerade brennend für tropische Froscharten oder nordamerikanische Fledermäuse interessiert, dürfte das Buch ab und zu etwas trocken finden. Insgesamt ist „Das 6. Sterben“ thematisch trotzdem ein lesenswertes, und vor allem auch ein überaus wichtiges Buch.

Am besten kombiniert mit…

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Für Familienplaner…

41ixZEKkxsL._SX311_BO1,204,203,200_Himmel und Hölle: Das Dilemma moderner Elternschaft von Jennifer Senior… Die Journalistin und Anthropologin Jennifer Senior beschäftigt sich seit Jahren damit, wie Kinder das Leben ihrer Eltern auf den Kopf stellen. Für den New- York-Times-Bestseller Himmel und Hölle hat sie Familien besucht, Experten interviewt und zahlreiche Studien aus den unterschiedlichsten Bereichen zurate gezogen. Sie geht fundiert der Frage nach, wie sich das Verständnis von Familie im Laufe der Geschichte verändert hat und mit welchen neuen Herausforderungen heutige Eltern konfrontiert sind. Entstanden ist ein aufwühlendes Buch, das das Elternsein schonungslos analysiert und alle Aspekte dieser lebensverändernden Erfahrung ungeschminkt beleuchtet.

Ich habe zwar selbst keine Kinder, weiß aber spätestens seit Pamela Druckermans französischem Erziehungsratgeber, dass ein Buch über Kindererziehung auch für kinderlose Leserinnen überaus unterhaltsam sein kann. Während sich das Buch von Pamela Druckerman (siehe unten) auf das Wie des Erziehungsvorgangs konzentriert, geht Jennifer Senior dem Warum auf den Grund – warum erziehen wir unsere Kinder anders als frühere Generationen, woher kommen all die neuen Erkenntnisse zum Thema Kindererziehung und was taugen Erziehungstrends wie z.B. „Schlaftraining“ oder das „Familienbett“ wirklich?!

Sie tut dies anhand von Fallbeispielen, zum Beispiel einer jungen Mutter, die Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen versucht indem sie von zu Hause arbeitet, was allerdings nicht immer so klappen will, wie sie es sich erhofft hatte. Oder eine asiatisch stämmige Mutter, die jeden Tag zwei Stunden Fahrt auf sich nimmt, damit ihr Spross zum Sport kann. Die Helikopter-Eltern und die Tiger-Mom werden von Jennifer Senior besonders aufs Korn genommen und als Erfindung der heutigen Elterngeneration entlarvt, die hofft alles im Leben ihrer Kinder kontrollieren zu können, und sie so vor jeglichem Übel, Persönlichkeitsstörungen und dem akademischen Hintertreffen beschützen zu können. Hier in Deutschland sind wir noch nicht so weit, doch der Trend geht dahin allzeit für den Nachwuchs zur Verfügung zu stehen – laut Jennifer Senior eine besorgniserregende Entwicklung.

Am besten kombiniert mit…

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(Neuerscheinung) Weine nicht von Lydie Salvayre

Lydie Salvayre, 1948 in Südfrankreich geboren, studierte Literaturwissenschaft und Medizin. Sie arbeitete als Psychiaterin in Marseille und begann in den 1970er Jahren mit dem Schreiben. Für „La compagnie des spectres“ erhielt sie 1997 den Prix Novembre Ihre Romane wurden in viele Sprachen übersetzt, auch in Deutschland erschienen drei Romane. Für „Weine nicht“ wurde sie 2014 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. (Quelle: randomhouse.de)

51pyNdtVdzL._SX311_BO1,204,203,200_Eine alte Frau, die am Fenster ihrer kleinen Wohnung sitzt, hat das Gedächtnis verloren und erzählt ihrer Tochter immer wieder von der einzigen Periode ihres Lebens, die in ihrem Geist lebendig geblieben ist: Montse wächst als Bauerstochter in einem kleinen katalanischen Dorf auf, in einer Welt, die so langsam wie der Schritt der Maulesel ist. Sie soll Dienstmädchen bei dem reichsten Großgrundbesitzer der Gegend werden. Stattdessen folgt sie im Sommer 1936 ihrem älteren Bruder José, der von anarchistischen Ideen beseelt ist, nach Barcelona. Dort entdeckt sie eine Freiheit, die sie schwindeln macht, und erlebt eine leidenschaftliche Liebe. Obwohl ihr Geliebter im Untergrund verschwindet, bleibt dieser kurze Sommer der Anarchie in ihrer Erinnerung für immer als Verzauberung haften. Schwanger kehrt sie in ihr Heimatdorf zurück und lässt sich von ihrer Mutter ausgerechnet mit dem politischen Widersacher ihres Bruders José verheiraten. Bald erschüttern erste Gewalttätigkeiten die Gemeinde, und Montses Familie ist gezwungen, neue Wege zu beschreiten.

Dieser Roman hat zwei Erzählerinnen, zunächst einmal wäre da Montse, die mittlerweile am Ende ihres Lebens angekommen ist und an fortgeschrittener Demenz leidet. Ihr zur Seite steht ihre Tochter Lidia, welche die Erinnerungen ihrer Mutter für den Leser aufzeichnet und zwischen beiden vermittelt. Die Struktur des Romans an sich ist etwas verworren, ähnlich wie der demente Geist von Mutter Montse, die immer wieder ins Spanische übergeht und auch schon mal neue Wörter erfindet. Oft hatte ich Schwierigkeiten der Erzählung zu folgen, man muss sich insofern gut konzentrieren können, um alles aufzuspüren was dieser Roman seinen Leserinnen zu bieten hat. Dann allerdings bietet er eine lohnenswerte Lektüre und eine ernste Auseinandersetzung mit dem spanischen Bürgerkrieg in Gestalt einer Familiengeschichte, die ein für alle Beteiligten tragisches Ende nimmt.

Die Geschichte beginnt mit der Rahmenerzählung von Mutter und Tochter, alleine in einem Zimmer, die eine in Gedanken versunken, in alten Erinnerungen stöbernd, die andere der ersten an den Lippen hängend, bevor sie diese letzte Erinnerung, diesen Sommer der Freiheit auch noch vergisst und vollkommen im Dunkel der Demenz verschwindet. Die Tochter greift dabei nur so weit in die Geschichte der Mutter ein als dass sie im Nachhinein das Wortwirrwar, welches aus dem Mund der Mutter kommt, übersetzt. Was sie leider nicht übersetzt sind die vielen Passagen, die auf Spanisch geschrieben sind, was im französischen Original sicher ebenso sein dürfte. Ich verfüge glücklicherweise über Grundkenntnisse der Sprache, doch für Leser die selbst kein Spanisch verstehen, wird es immer wieder notwendig sein Einschübe und Absätze zu überspringen, die eigentlich doch von Interesse wären.

Die Geschichte in der Geschichte beginnt in Montses Heimatdorf mit einem verpatzten Vorstellungsgespräch. Dort lebt die Jugendliche mit Vater, Mutter und ihrem Bruder José, der sich kurz darauf für die lokale Politik zu begeistern beginnt. Auch sein Kindheitsrivale, der Sohn eines örtlichen Gutsherrn, mischt sich in die Rathausgeschäfte ein. Der eine ist Anarchist, der andere Kommunist, was die beiden ein ums andere Mal in Wortgefechte verwickelt und fast zum Bruch mit ihren jeweiligen Familien führt. José wird es schließlich zu bunt und so reißt er aus und nimmt die kleine Schwester, die von der großen Stadt und der großen Freiheit träumt, kurzerhand mit. Einen Sommer dürfen die beiden in einer unbenannten Stadt genießen, bevor der Traum von der Revolution zu einem Albtraum wird, dürfen in den Ramblas Kaffee trinken, während der Bürgerkrieg wütet und unzählige spanische Leben fordert.

Lydie Salvayre flicht derweil immer wieder geschichtliche Ereignisse, berüchtigte Morde, zum Beispiel an Priestern, und Stimmen der Zeit, allen voran die des französischen Schriftstellers und kurzzeitigen Franco Befürworters George Bernanos, in den Flickenteppich aus Erinnerungen, den ihre Hauptfigur Montse vor dem Auge der Leserin entstehen lässt. Als ebendiese Leserin muss ich die Kontrolle über den Text abgeben, denn er springt ohne Unterlass hin und her zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, den Erinnerungen von Montse und ihrem derzeitigen Ich, welches mit der Tochter kommuniziert, zwischen Montses Leben und dem ihren Bruders José, zwischen der Stadt und dem Dorf, welches die beiden hinter sich gelassen haben, zwischen Fiktion und geschichtlichem Bezug. Dabei habe ich das Gefühl viel über diese Zeit des Umbruchs in Spaniens Geschichte gelernt zu haben, aber mir schwirrt gleichzeitig auch etwas der Kopf.

Insgesamt denke ich, dass „Weine nicht“ den französischen Literaturpreis, den der Roman im Original erhielt, durchaus verdient hat. „Weine nicht“ ist nicht immer leicht zu lesen, bzw. zu verstehen, die Puzzlestücke der Erzählung setzen sich nur langsam zusammen, und nur äußerst selten leicht verdaulich. Doch zahlt sich die Zeit und Mühe die seine eventuelle Leserin in diesen Roman investiert auf ganzer Linie aus. Trotz seiner relativen Kürze (knapp 250 Seiten hat die deutsche Übersetzung) schafft „Weine nicht“ es nicht nur die verkrustete, erstickend katholische Lebensart spanischer Bauernfamilien darzustellen, sondern auch im weiteren das Schicksal eines ganzen Dorfes einzufangen, zerschlagen von politischen Unruhen und Umwälzungen, als Stellvertreter für die spanische Gesellschaft zur Zeit des Bürgerkrieges, den Lydie Salvayre in „Weine nicht“ in all seiner Grausamkeit für ihre Leserinnen wiederaufleben lässt.

Weine nicht – Lydie Salvayre – ISBN 978.3.896.67564.4

Für Leserinnen, die…

  • …sich eine Geschichte erarbeiten möchten.
  • …etwas über die Zeit des spanischen Bürgerkrieges erfahren wollen.
  • …keine Angst vor experimentellen Erzählweisen haben.

Am besten kombiniert mit…

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(#01/2016) Aller guten Bücher sind 3…!

Aufgrund meines Gesundheitszustandes habe ich beschlossen mein Rezensionspensum etwas einzudämmen und werde von nun an nicht mehr jedes gelesene Buch in einem eigenen Beitrag rezensieren. Dies ist also die erste Sammelrezension, nicht allzu viele Bücher – ich will hier schließlich niemanden mit Leseempfehlungen erschlagen – aber gerade genug damit für (fast) jeden etwas dabei sein dürfte. Dieses Mal geht es um verliebte Studentinnen mit psychischen Problemen, um alte Geschichten, die aufgrund tragischer Umstände wieder aufgewärmt werden und um nordenglische Kommunen, bzw. die Finanzkrise.

Für Experimentierfreudige:

41LRdHe3acL._SX309_BO1,204,203,200_„Traumpaar, nackt“ von Melanie Arns… Kati ist zufrieden. Und Kati lässt sich nicht gerne reinreden in ihre Zufriedenheit. Schließlich ist sie jetzt von zu Hause ausgezogen, da kann doch das Leben nur besser werden. Außerdem ist Kati ein ganz normaler Mensch. Sie hat Sex, eine nervige Mitbewohnerin und eine beste Freundin. Und wer hätte gedacht, dass es so einfach ist, den Mann fürs Leben zu finden! Doch bald wird Davids Nähe zur unerträglichen Bedrohung, sein Verständnis zum Eingriff in eine heile Welt. Kati kann nicht zulassen, dass jemand ihre leidvolle Vergangenheit durchschaut. Und muss obendrein mit ansehen, wie David sich kurzerhand an ihre beste Freundin heranmacht. Kati wehrt sich, mit Sarkasmus, Zynismus, Pathos, aggressivem Witz, aber unter diesem glatten Sieg in Worten brodelt es: Zurückgedrängtes meldet sich wieder, Todesphantasien steigen auf, und die Einsamkeit.

Die Geschichte der neurotischen Kati und ihrer beinahe Liebe zu ihrem Studienkollegen David ist im Grunde nichts besonderes. Kati lebt wie viele ihrer Kommilitonen in einer WG, kann ihre Mitbewohnerin, die perfekte Frau mit dem perfekten Körper und dem perfekten Leben, aber nicht so wirklich leiden und wünscht sich doch ebenfalls so durchs Leben zu schweben, statt ständig überall anzuecken oder sich zumindest so zu fühlen, als ob sie nirgendwo wirklich hingehört. Ihr Studium läuft nebenbei, wird kaum erwähnt, Melanie Arns konzentriert sich auf das Innenleben ihrer Hauptfiguren, nicht auf deren Terminplan.

Insgesamt ist „Traumpaar, nackt“ meiner Meinung nach mehr als nur eine Lektüre wert, vorausgesetzt man verträgt das Gift, das Melanie Arns ihren Leserinnen Tropfen für Tropfen einflößt. Bei all der stilistischen Experimentierfreude versäumt es die Autorin zwar handlungstechnisch in die Tiefe zu gehen, doch presst sie aus diesen 100+ Seiten auch noch den letzten Blutstropfen heraus und lässt mich als Leserin so im Grunde nichts vermissen. Gegen Ende ein Kompromiss, wo ich mir Konsequenz erhofft hätte – an dieser Stelle mehr zu verraten würde dem Text jedoch die Spannung rauben. Also nur so viel, „Traumpaar, nackt“ ist eine literarische Tour de Force von deren Autorin ich mir im weiteren noch einiges erhoffe.

Am besten kombiniert mit…

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Für Geheimniskrämer:

35431005z„Grüne Witwe“ von Monika Goetsch… Als Anna vom Tod ihres Bruders erfährt, kehrt sie dahin zurück, wo das Ende seinen Anfang nahm. Am Baggersee haben sie und ihr Bruder in einer Clique den Sommer verbracht. Zu sechst baden sie, trinken Grüne Witwe und träumen davon, nach Amerika auszuwandern. Nur einen wollen sie nicht mitnehmen – Frank, den Loser. Eines Nachts findet der Sommer ein brutales Ende, das die Weichen neu stellt. Anna wird zum Studium in die Stadt ziehen, während ihr Bruder sich mit zweifelhaften Projekten über Wasser zu halten versucht. Doch der Vergangenheit entkommt keiner.

Die Geschichte der trauernden Anna auf dem Campingplatz ihrer Kindheit fängt ganz leise an, ist fast schon ein bisschen verträumt. Diese Leserin hat nicht einmal den Hauch einer Ahnung davon, was sie zwischen den Seiten noch alles erwarten wird und das macht die „Grüne Witwe“ zu einem ganz besonders schmackhaften Leseerlebnis. Es geht um Familie, um die manchmal so komplizierte Beziehung zwischen Geschwistern, um Eifersüchteleien und den Moment des Erwachsenwerdens. Monika Goetsch flößt mir „Grüne Witwe“ ein bis die Grenzen zwischen den Genres verschwimmen. Zusammen mit Hauptfigur Anna lasse ich mich im Baggersee treiben, als wären die letzten 10+ Jahre nicht gewesen, als wäre die Clique noch zusammen, entfachte illegale Lagerfeuer am Ufer und verschwendete ihre Jugend.

Insgesamt ist es schwer über die „Grüne Witwe“ zu schreiben, ohne aus Versehen zu viel zu verraten. Eines lässt sich jedoch sagen, trotz des Schattens, der über der Geschichte und den Figuren liegt, ist es ein eher stiller Roman. Viele Seiten vergehen mit der Introspektive der Hauptfigur, mit faulen Tagen und alten Bekannten. Erzählt wird die eigentliche Geschichte des Romans nur in der Rückblende, Stück für Stück, Szene für Szene, setzt Monika Goetsch das Puzzle des letzten Sommers der Baggersee Clique zusammen. Ich habe sie nur zu gerne dabei beobachtet, bin aber auch nicht immer in der Stimmung für einen so untertriebenen Roman, dessen Schönheit in seinen Momentaufnahmen liegt, über die man seine Geschichte fast schon vergessen könnte.

Am besten kombiniert mit…

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Für Weltverbesserer:

51f5rpnA3sL._SX320_BO1,204,203,200_„Die Werte der modernen Welt unter Berücksichtigung diverser Kleintiere“ von Marina Lewycka… Niemand würde Serge und Clara ohne weiteres für Geschwister halten. Sie haben kaum Gemeinsamkeiten, doch die zusammen durchlittene Kindheit in einer Hippiekommune im Norden Englands – Batiktücher, Gemüseanbau, freie Liebe – hat sie für immer zusammengeschweißt. Jetzt kommen ihre Eltern, Marcus und Doro, auf den glorreichen Gedanken, nach Jahrzehnten des unehelichen Zusammenlebens nun doch noch zu heiraten. Nicht zuletzt wegen Oolie-Anna, der jüngsten Tochter mit Down-Syndrom. Ein Wirbel skurriler Ereignisse ist die Folge. Und Serge hat ein Geheimnis, das die weltverbessernde Familie nie erfahren darf: Er hat seine Promotion in Cambridge geschmissen und will in London als Investmentbanker das ganz große Geld machen. Doch die Welt der Banken gerät ins Wanken.

Marina Lewyckas Romane machen gute Laune, ob sie nun von Erdbeerpflückern schreibt oder von Großvätern, die sich auf ihre alten Tage noch eine junge Frau gönnen oder eben von einer gealterten Hippiekommune und deren Kindern. In ihrem neuen Roman geht es um die rigiden Klassenstrukturen der britischen Gesellschaft, um Idealisten, die dagegen demonstrieren, solche die sich mutwillig darüber hinweg setzen und wieder andere, die nach harter Arbeit erkennen müssen, dass das Elternhaus oft eben doch fest schreibt, wo wir im Leben enden, ob nun an der Uni oder in der Schlange beim Arbeitsamt. Sie teilt ihre Geschichte in Vergangenheit und Gegenwart, in Eltern- und Kindergeneration, erzählt in Rückblenden die Geschichte der Kommune, größtenteils erzählt sie aber das, was aus deren Mitgliedern geworden ist.

Die Geschichte selbst spielt kurz vor der (britischen) Finanzkrise und während die Eltern gegen die Macht des Geldes demonstrieren indem sie trotz Hochschulabschluss bescheiden im englischen Nordwesten leben, zocken sich die Kinder derweil im Londoner Finanzdistrikt um Kopf und Kragen. Das gibt der Erzählung ein bisschen Spannung, die sie mühelos über etwaige Längen trägt. Die Figuren selbst sind herrlich verschroben, wie ich es als Leserin von Marina Lewyckas Romanen schon kenne, einen osteuropäisch inspirierten Subplot gibt es dieses Mal aber nur in Ansätzen. Trotzdem trifft die Geschichte mit ihrer Mischung aus Gesellschaftskritik und Humor meiner Meinung nach genau den richtigen Ton; sie ist weder zu ernst noch zu albern – wenn Du mich fragst ist dieses Buch die perfekte Urlaubslektüre.

Am besten kombiniert mit…

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